Schöne Tage in Dala- Floda

Im vorigen Jahr fuhren wir auf unserem Weg zu einer Wanderung in den schwedischen Fjällen durch Dalarna, der waldreichen Landschaft Mittelschwedens, gelegen um das dichtbesiedelte Becken des Siljansees und den beiden Quellflüssen des Dalälven, dem Väster- und dem Öster-Dalälven. Die Suche nach einer guten Unterkunft führte uns zu dem "Värdshuset i Dala-Floda" (Wirtshaus in Dala-Floda) in einem alten schwedischen Dorf mit rotgemalten Holzhäusern, lieblich gelegen zwischen dem Fluß "Västerdalälven" und dem Flo-See. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht: als wir den großen Garten des "Värdshusets" betraten,
befanden wir uns in einem kleinen Paradies mit vielen lauschigen Ecken und einem wunderbar duftenden Kräutergarten. Im Haus selbst entdeckten wir schnell dessen Besonderheit: es war geschmückt mit liebevoll gesammelten Antiquitäten - man konnte sehen, daß es viel Zeit und Mühe gekostet haben mußte, alle diese Kleinode zu finden. Unser Zimmer war mit alten Bauernmöbeln eingerichtet, schlicht und gemütlich. Bei unserem Gang durch das Haus entdeckten wir mehr und mehr Details: hier ein alter Ledersessel, dort ein schwedisches Sprossensofa. Nach einem Abendspaziergang am See aßen wir im Restaurant des "Värdshusets" - einem großen, hellen Raum mit Fensterfront zum Garten. Nach und nach bemerkten wir auch hier die Details der Dekoration, z.B. die mit Ranken bemalte Zimmerdecke. Und das Essen war so gut, daß wir unbedingt einen Tag länger bleiben mußten - was wir dann auch taten. Schließlich kauften wir sogar das von den Wirtsleuten herausgegebene Kochbuch, um die im Restaurant gebotenen Gerichte selbst Zuhause zubereiten zu können.

Als wir jetzt, im Winter, auf dem Weg zum Skifahren in dem schwedischen Norden, wieder durch Dalarna fuhren, da war klar, wo wir Halt machen wollten: in Dala-Floda! Das "Värdshuset" war unverändert mit dem alten Charme, nur hier und da ein neuerworbenes Möbelstück aus einer Antiquitätenauktion. Und es war Winter. Dieses Mal wählten wir nicht zwischen einer Kajaktour zu den Bibern und einem Spaziergang am Seeufer. Dieses Mal mußten wir uns entscheiden entweder für Schlittschuhlaufen auf dem weiten, gefrorenen See oder für eine Fahrt mit dem "Sparken", dem zweikufigen Schlitten, den man ähnlich einem Roller fährt. So genossen wir die Weite und Ruhe der Seenlandschaft, am Abend auf Schlittschuhen und am Morgen mit dem Schlitten. Einfach dahinzugleiten, das war herrlich.

Astrid Lüer


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